ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

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ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon mikesupi » Sa 13 Mai, 2017 5:45 pm

Hey Freaks :-)

hier ist mein aktuelles Projekt, die Komplettrestaurierung einer alten schweizer ACR Laseranlage Anno 1987.
Damals war ACR einer der bedeutendsten Laserbankhersteller zusammen mit Tarm und später Datronik.

Der Zustand ist nach 30 Jahren Betrieb nicht gerade berauschend, da kommt einiges an Arbeit auf mich zu, um den Originalzustand wieder herzustellen.

Ich versuche hier meine Erkenntnisse bei der Analyse der Schaltung und der Funktion so gut wie möglich wiederzugeben.
Es gibt keinerlei schriftliches Material zu der Anlage, es muss also das komplette Know How empirisch ermittelt werden.
Bis jetzt habe ich 1.200 Detailfotos von der Restaurierung gemacht.


mikesupi_IMG_8871.jpg



Beim Ausbau ist die Anlage leider auf die Seite gestellt worden, wodurch sich das Silikon zum verkleben der Bankspiegel gelöst hat.
Es gibt also leider keinen einzigen befestigten Spiegel mehr in der Bank sondern nur noch ein großes Puzzlespiel.
Da ACR Anlagen beim Einbau immer noch vorort an den Raum angepasst worden sind, kann man sich leider auch nicht auf die alten Klebereste auf der Grundplatte, die übrigens aus einem 1.95m langen Alu Rippenkühlkörper besteht, verlassen.

Die Anlage stammt aus einer Discothek in der Nähe von Heidelberg und ist vor dem Abriss "gerettet" worden.
Es handelt sich um das Modell "Schneewittchensarg" mit dem ACR Laserpult "Gold", allerdings in der silbernen Ausführung.

mikesupi_VidSnap_0055.jpg

mikesupi_VidSnap_0151.jpg



Die Bank ist eine etwas kürzere Spezialanfertigung, üblicherweise ist das Gehäuse aus Eisen mit einer Länge von 2.70m, diese Bank ist bei gleicher Effektanzahl aber nur 1.95m lang und wurde komplett aus Aluminium gefertigt, was sich sehr postiv auf das Gewicht auswirkt.
Die Anordnung der 3 internen Strahlschalterbänke ist etwas anders als bei der Standardausgabe mit 4 Glasscheiben, diese Bank hat auch nur 3 Glasscheiben. Das Gehäuse ist bis auf das leichtere Material völlig identisch.
Im Original war ein Spectra Physics SP168 Weißlichtlaser in der OEM Version mit der bekannten Glasröhre verbaut.
Irgend ein "Witzbold" hat im Laufe der Jahre die defekte SP168 Röhre gegen einen Coherent Purelight I70 getauscht, dieser ist aber 10cm länger, also wurde das Gehäuse an der Seite mit der Flex ausgeschnitten.

Bei der Standard Bank sind die Strahlschalterbänke so angeordnet, dass erst eine Bank mit der "Colorbox" und einigen (Scanner-)Effekten, dann eine zuschaltbare Bank mit 50/50 Strahlteiler, und dann eine weitere Bank im Hauptstrahl steht.
Die Abfallstrahlen der Dichros von der "Colorbox" wurden über eine Strahlfalle "Rückwärts" auf die Scanner eingekoppelt.

Frühe Versionen hatten kein Blank Shift, es wurden auch noch nie PCAOMs verbaut, es gab also keinerlei Farbmodulation, somit war die Auswertung der Abfallstrahlen die einzige Möglichkeit farbige Grafikmuster per Scanner zu erzeugen.

Bei meiner "kleinen" Version gibt es keinen extra Hubmagneten für die zweite Bankebene, der Mutterstrahl wurde fest mit einem 50/50 Strahlteiler aufgeteilt.
Es lassen sich also immer 2 Effekte aus Bank 1/3 und aus Bank 2 ausgeben, dazu kommt noch der rückwärtige (reflektierte) Strahl von der Colorbox auf die Scanner.

Wenn man das Alter und die technischen Möglichkeiten aus den 1980er Jahren berücksichtigt, so ist das Konzept sehr einfallsreich und effektiv gewesen.


Alle Effekte wurden mit Weißlicht oder einer ausgewählten Farbe der Colorbox (Cyan, Magenta, Gelb, Rot, Grün, Blau) beschickt.
Am eindrucksvollsten waren also die farbigen Gratingeffekte.
ACR hat auch gerne mit Tunnelmotoren und Dichros gearbeitet, wodurch farbige Tunnel oder Lissajous Figuren entstanden. In manchen Versionen wurden auch Prismen für die Farbtrennung eingesetzt.

Die eigentlichen Old School Effekte werden durch Raumspiegel erreicht, zu dieser Anlage gehören 3 Raumspiegel, 3 Raumgratings (Line/Burst), 1 Tunnelmotor und 4 langsamdrehende Raumburstgratings.

Die Scannereffekte waren trotz der fehlenden Farbmodulation recht beeindruckend, man muß sich das so vorstellen, dass z.B. ein Fächer durch die 3 rückwärtigen Strahlen der "Colorbox" jeweis in Rot, Grün und Blau, also dreimal mit leicht versetzter Achse ausgegeben wurde.

Da jede ACR Anlage eine Einzelanfertigung in Serie war, haben auch alle Banken eine abweichende Bestückung, allerdings gibt es einige Grundprinzipien, nach denen alle Anlagen arbeiten.
Es gibt Anlagen mit einem oder zwei G120 Scannerpaaren, mit und ohne Shiftblanking beim Hauptscanner und mit einem G120 Paar und einem OpenLoop Elypsenscannerpaar.


Bei meiner Anlage sind folgende Effekte verbaut:

3 Farben "Colorbox": Gelb, Magenta, Cyan (meistens ist eine 4 Farb Colorbox verbaut)
G120D Scanner
Horizontales Line Grating (ähnl. Machida)
Motor Line Grating Links
Tunnel Links
Lissajouseffekt mit RGB Prisma (2 Motoren)
Motor Art Grating
Motor Burst Grating
Motor Line Grating Rechts
Tunnel via Lissajous
Motor Reflex Burst Grating Rechts
Doppel Tunnel Color
Motor Burst Grating Bank 2

sowie einem 2 Color Doppelbeam und 7 Einzelbeams.

Die Hubmangneten "Marke Telegrafenrelais" auf den Laserbanken arbeiten mit einer Stromregelung im 3.3 Volt Bereich, das ganze System wird aber mit einer ungeregelten Spannung von 27V vom Controller aus versorgt, das hat man vermutlich wegend der OpAmps auf den Strahlschaltertreibern und der geringeren Leitungsverluste so gemacht.

Für die Grating- und Lissajousmotoren sind 2 getrennt regelbare und in der Richtung umschaltbare Ausgänge auf dem Steuerkabel.
Die Tunnelmotoren werden mit einer konstanten Spannung von 5 Volt betrieben, durch einen Fehler in der ACR Regelung liegen aber je nach Motorenanzahl nur 3V an.
Zum Einschalten der Anlage müssen 27V (unter Last ca. 23-24V) anliegen, damit werden auch die Scannertreiber und die Beleuchtung des mittels Dichro und Linestraröhre hinterleuchteten ACR Logos auf der Bank aktiviert.
Im Gehäusedeckel gibt es noch eine schaltbare Neonröhre zu Wartungszwecken.
Die Spannungsversorgung war bei meiner Anlage defekt, worauf ich später noch zurückkomme.



Angesteuert wird die Bank mit dem "Gold Controller" von der Größe eines Laptops aus den 80er Jahren :-)
Das Teil wiegt über 50 Kg und ist mit den Maßen 1000 x 800 x 800 mm sehr gut für den Portabeleinsatz geeignet :-)

Im Controller sitzt ein aufwändiges viel zu großes längsgeregeltes Netzteil für die OpAmp Logic und den Digitalteil. Die stromintensiven Aufgaben (27V Hubmagneten + Motoren) werden aber von 2 kleineren Platinen im unteren Teil des massiven Holzgehäuses erledigt.
Bei meinem Controller war eine Leitung am Trafo mechanisch abgerissen, ist mir also völlig unklar, wie die Anlage funktioniert haben soll.

Weiterhin sitzt im oberen Teil des Gehäuses die Ansteuerung der Bankeffekte, was ACR mit einem Z80 Stack auf einem VME/STe ähnlichen Busstecksystem realisiert hat.
Der "Microcontroller" besteht aus 5 Europakarten: Z80 CPU, 3x Z80 Doppel PIO, 1x Video SMPTE Timecode.
Mit dem Z80 System wird die Klaviatur und alle Switchboards ausgewertet, von hier wird auch die Bank direkt angesteuert.
Ein Interface zum Sollinger DSP gibt es ebenfalls. Die Tastaturbelegung lässt sich in einem akkugepufferten SRAM speichern.

Für die Scanner stehen 2 analoge Lissajous Generatoren sowie ein Joystick zur freien Positionierung des Outputs zur Verfügung.
Es gibt keinerlei Safety Funktion, es lässt sich also problemlos ein stehender 5-Watt Weißlichtbeam auf eine beliebige Zielperson im Publikum richten. Das war sicher ein Feature und kein Bug :-)

Für die Textausgabe und die Grafikfunktionen ist ein Sollinger Lasergraph IIc im Gehäuse eingebaut der über eine Matrix wahlweise abwechselnd mit den Lissajous Generatoren auf die Scanner geschaltet werden kann.
Der DSP basiert auf einem Apple II Clone in einem offenen Alu Kartenträgergehäuse. Damals wurden noch ICs abgeschliffen, und die Unterseite der DSP Platinen in weißen Kunststoff getaucht, um der Piratrie vorzubeugen.
Für das Einspielen neuer Grafiken und Shows ist ein 5-1/4 Zoll Laufwerk im Aplle II Standard vorhanden, der eigentliche DSP bootet aber aus dem ROM ohne eine eingelegte Diskette.
Der Apple Clone hat einen Standard BAS Videoausgang, hier wird ein 10-Zoll schwarz/weiß Monitor angeschlossen.
Eine Tastatur in einer Schublade unten im Controller dient zur Texteingabe, z.B. für Geburtstagswünsche an die Discobesucher.
Neben der Tastatur sitzt ein "geheimer" Kippschalter, womit man die eingebaute Hirschmann KFZ-Motorantenne betätigen kann, diese dient dazu eine Glasscheibe über der oberen Programmierebene anzuheben.


Für die Anlage soll der Original-/Sammlerzustand wieder hergestellt werden, es sind also einige Tasks dazu erforderlich.
Dazu gehört neben der Beseitigung umfangreicher elektrischer Fehler, auch das Verschließen der Coherent Löcher im Gehäuse, das Entfernen des schwarzen Discolacks und natürlich der Originalbestückung der optischen Komponenten in der Bank.

Zum Testen habe ich ein kleines Singlemode Puredioden RGB-Modul (R 150mW, G 50mW, B 80mW) mit ca. 30mW WL Einstellleistung verwendet, der Nebel kam aus einer Akku Nebelmaschine Look Tiny FX.
In der endgültigen Version wird die Laserbank mit einem 1.5 Watt balancierten Weißlichtmodul gemischt aus 4 Linien betrieben, nämlich 638nm Rot, 532nm Grün, und 445nm sowie 473nm Blau.


Hier kommen schon mal die ersten "schmutzigen" Bilder, weitere werden successive bis zur Fertigstellung folgen...


Falls jemand Interesse an der fertig restaurierten und gereinigten Bank hat, freue ich mich über Angebote per PM, denn auch mein Platz ist leider begrenzt.


mikesupi_IMG_8874.jpg


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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon mikesupi » So 14 Mai, 2017 2:29 am

Weiter gehts mit der Restaurierung....

Auf den Bilder haben die Komponenten die Reinigung schon absolviert :mrgreen:


Hier sind erst mal die Platinen von der unteren Aluplatte mit der Klaviatur von links nach rechts:

mikesupi_P1150816.jpg


mikesupi_P1150817.jpg


mikesupi_P1150792.jpg


mikesupi_P1150812.jpg




Noch ein paar Ansichten vom unteren Gehäuseteil:

mikesupi_P1150824.jpg


mikesupi_P1150827.jpg


mikesupi_P1150828.jpg




Hier ist der Z80 Stack, der die Bankfunktionen steuert und für die Tastatur- und Keyboardauswertung zuständig ist:

mikesupi_P1150835.jpg


mikesupi_P1150845.jpg


mikesupi_P1150847.jpg


mikesupi_P1160290.jpg


mikesupi_P1150855.jpg


mikesupi_P1150863.jpg




Hier sieht man die Ausgabe vom Sollinger Lasergraph IIc DSP:

mikesupi_P1150869.jpg


mikesupi_P1150873.jpg


mikesupi_P1150875.jpg





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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon schobi » So 14 Mai, 2017 8:32 am

Also an Platz, Zeit, Geld, Begeisterung scheint es Dir nicht zu fehlen!
So gern ich auch einen Gaslaser daheim hätte (und das Leerrohr vom Keller ins Wohnzimmer halte ich bewusst frei), DAS hier ist wirklich etwas übertrieben :-)
An das Oszi kann ich mich erinnern, hatten sie auch in der Discothek "Airport", meiner ersten Begegnung mit Lasern. Etwas rustikal, wie die Röhre einfach ins Frontpanel verpflanzt wurde.
Gruß Tobias
Ich danke allen, die zur Sache nichts zu sagen hatten und trotzdem geschwiegen haben.
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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon fesix » So 14 Mai, 2017 1:40 pm

Oh man, heftig was Du immer daheim ankarrst und aufmöbelst, wirklich toll!
Ich bin zwar noch nicht "so" alt, aber das ist schon ein besonderer Anblick so alte Technik mit übersichtlich gelayouteten Leiterplatten zu sehen :D
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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon mikesupi » So 14 Mai, 2017 4:31 pm

@schobi: Bei mir kommt da kein Gaslaser rein, hatte zwar erst überlegt meinen Coherent Enterprise Weißlicht Laser zum Testen in die Bank zu packen, der hat den Vorteil, dass er ohne Trafo an einer CEE 230V Steckdose läuft, aber Wasser braucht er trotzdem, deswegen habe ich mich für den Bau eines 4 Linien RGBB Moduls entschieden.
Das Oszi finde ich ziemlich cool, ist besser als die heutige Software Emulation. ACR hat extra einen neuen Kabelbaum dafür angefertigt. Sowas habe ich auch von Tarm, die haben damals ein Oszilloskop von Conrad genommen, eine X/Y D-Sub Buchse eingebaut, und eine Alu Frontplatte davor geschraubt.

@fesix: Merci ! Ich kenne die Anlage leider auch nur vom Hörensagen, ist also keine Altersfrage, aber meine heutigen Aufbauten haben immer einen großen Old School Anteil, gemischt mit aktueller Technik, weil es einfach geiler ist :freak:


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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon lasermatze » So 14 Mai, 2017 4:46 pm

Mir vor allem stellt sich die Frage, wo zum Teufel treibst du das Geraff immer auf? :shock:
Klasse!

Matze
Das Leben ist wie ein Computerspiel....beschissene Handlung,aber die Grafik ist geil!
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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon fesix » So 14 Mai, 2017 5:04 pm

Das frag ich mich auch immer :mrgreen:
Und was sagt der eventuell vorhandene Lebenspartner dazu? :freak:

Ich hatte damals überlegt in meinen ersten "großen" Projektor auch ein paar Bankoptiken einzubauen, so ein paar Gratings machen schon noch mal einen anderen Effekt als Scanner :D
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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon mikesupi » So 14 Mai, 2017 6:18 pm

lasermatze hat geschrieben:Mir vor allem stellt sich die Frage, wo zum Teufel treibst du das Geraff immer auf? :shock:
Klasse!

Matze

Bei der Anlage habe ich 3 Jahre auf der Lauer gelegen, dank der Hilfe eines guten Laserkollegen hat der Deal dann letztendlich geklappt :-)
Wäre schade gewesen, wenn die Anlage im Altmetall gelandet wäre, wie so viele andere Old School Teile.


fesix hat geschrieben:Das frag ich mich auch immer :mrgreen:
Und was sagt der eventuell vorhandene Lebenspartner dazu? :freak:


Das ist ein heikeles Thema, mit Freude werden meine Nachrichten nach dem Schema: "Ich hab mal wieder eine alte schöne tolle Laserbank gekauft, die muss ich unbedingt haben" von meinem Mädel nicht aufgenommen :shock:

Da ich aber meine eigene "Laserräume" habe, ist das kein Wohnzimmerproblem, allso (noch) alles im grünen Bereich.

fesix hat geschrieben:Ich hatte damals überlegt in meinen ersten "großen" Projektor auch ein paar Bankoptiken einzubauen, so ein paar Gratings machen schon noch mal einen anderen Effekt als Scanner :D


Mach das auf jeden Fall, das lohnt sich! Du brauchst ja praktisch nur 3 Effekte:

1. Machida,
2. Doppel Art mit 2 Motoren,
3. Burst wenn Du das eine Grating vom Doppelart nimmst, oder Line, wenn Du einen eigenen Motor spendieren willst, oder beides.



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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon fesix » So 14 Mai, 2017 6:41 pm

mikesupi hat geschrieben:Das ist ein heikeles Thema, mit Freude werden meine Nachrichten nach dem Schema: "Ich hab mal wieder eine alte schöne tolle Laserbank gekauft, die muss ich unbedingt haben" von meinem Mädel nicht aufgenommen :shock:

Da ich aber meine eigene "Laserräume" habe, ist das kein Wohnzimmerproblem, allso (noch) alles im grünen Bereich.

:mrgreen: :mrgreen:
Dann geht das ja noch ganz gut.

Durch die Diodentechnik ist es ja mittlerweile möglich "große" Leistungen auf sehr kleinen Raum zu bekommen, da ist es dann auch nicht so viel mehr wenn man noch ein paar Effekte mit ins Gehäuse baut :)
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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon mikesupi » So 14 Mai, 2017 11:22 pm

Hier nun die ACR G120D Scannertreiber. Damals hat man die Scanner noch mit 2 bipolaren Transistoren angesteuert, statt der heute üblichen NF (Brücken-)Verstärker ICs.

mikesupi_P1150890.jpg


mikesupi_P1150891.jpg


mikesupi_P1150892.jpg


mikesupi_P1150905.jpg



Die ersten Gehversuche mit den G120 Scannern in der Bank und externem 27V Netzteil, da die Spannungsaufbereitung im Controller noch defekt ist.

mikesupi_P1150909.jpg


mikesupi_P1150920.jpg


mikesupi_P1150922.jpg



Leider hat das Oszilloskop nicht funktioniert, deswegen musste ich die Röhre ausbauen, und die Sockelbeschaltung überarbeiten. Jetzt läuft das Oszi wieder fast wie am ersten Tag.

mikesupi_P1150954.jpg


mikesupi_P1150960.jpg


mikesupi_P1150964.jpg


mikesupi_P1150925.jpg



Das rückwärtige Anschlußpanel:

mikesupi_P1150877.jpg


Der 64-polige DIN41612 Stecker mit den Banksteuersignalen, Interlock, Raumspiegelmotoren, DB-9 Scanner, SMPTE Video In/Out, Audio In und Monitor Out Anschlüssen.


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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon random » Mo 15 Mai, 2017 8:45 am

geil! :mrgreen:
Mit den Gas- und den Diodenlasern ist das so, wie mit Röhren- und Transistorverstärkern. Ersteres braucht mehr Platz, braucht mehr Strom, wiegt mehr, aber hört / schaut sich besser an :lol:

Ich finde, dass Gaslaser wesentlich angenehmer zum Schauen sind, als Diodenlaser. Dafür stellt man beim Diodenlaser n kleines Kaschterl hin, bissel Strom dran und hat Licht :twisted:
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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon fesix » Mo 15 Mai, 2017 3:52 pm

Zu den Scannertreibern: Ich hab hier zwei umgebaute TARM FIberrays mit CT6800 drin, riesen Leiterplatte mit richtigem Trafo als Versorgung, nix Schaltnetzteil, aber immerhin schon LM12 power OPVs zum Treiben :D

Machen immerhin ihre 30k Kotzgrenze wenn es nach dem ILDA Testbild geht, aber im Showbetrieb volle Auslenkung und 30-35k sieht in Ordnung aus für Beamshows 8)

In meinem "großen" Projektor werkelt ein Raytrack CT Treiber, natürlich ein winziges bischen kleiner :lol:
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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon mikesupi » Mo 15 Mai, 2017 4:36 pm

Hier ist das Innenleben des Sollinger Lasergraph IIc DSP, also praktisch die Dynamics oder Pangolin Einheit der 80er Jahre. Damals war das "State-of-the-Art" Technologie. Die Basis ist ein Nachbau des Apple II Computers mit 6502 CPU, den man damals im Elektronikhandel als Platinenversion kaufen konnte.

Der weiße Kunststoff und die abgeschliffenen ICs sollten das Kopieren der Schaltung unmöglich machen. Es gab allerdings damals recht schnell kleine Analysatoren auf Commodore 64 Basis, in die man einfach die abgeschliffenen ICs in einen Textool Sockel gesteckt hat, und schon konnte man auf dem Bildschirm den IC Typen ablesen.

Der DSP hat Anschlüsse für die ASCII Tastatur, ein Zweitkeyboard, hier kommuniziert der Z80 Stack mit dem DSP, eine parallele Schnittstelle für die Bankeffeke, ein 5-1/4" Floppy Port, einen BAS Videoausgang und den Scannerausgang. Hierfür ist ein D-Sub 9 Stecker zuständig, er stellt die analogen X/Y Signale, TTL Blanking, sowie 4 TTL Farbkanäle zur Verfügung. Die Farbbelegung ist unbekannt, damals gab es ja noch keine Farbmodulation, aber mit dem Oszi kann man auf allen 4 Pins je nach ausgewählter Grafik "etwas" messen.

Der DSP wird komplett über die obere Tastatur gesteuert, jede Taste ist einem eigenen Trickfilm (Cue) zugeordnet.


mikesupi_P1150967.jpg


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Mein DSP war bestimmt von James Bond, denn die Seriennummer lautet: 007 :mrgreen:





Jetzt geht es aber ans Eingemachte, denn der Controller stellt die 27V Schaltspannung für die Hubmagneten leider nicht mehr zur Verfügung, also muß erst mal "ALLES" ausgebaut werden, denn die zuständige Platine sitzt natürlich ganz unten.

mikesupi_P1150997.jpg


mikesupi_P1160008.jpg



Von oben ist nichts zu sehen, aber messtechnisch hat eine Diode des Brückengleichrichters Durchgang - da ist doch etwas faul... und das zeigt sich dann auch gleich beim Ausbau des Gleichrichters... da ist wohl eine Leiterbahn zur Sicherung mutiert...


mikesupi_P1160038.jpg


mikesupi_P1160040.jpg


Das war dann wohl der Fehler, neuen Gleichrichter rein, und schon stehen wieder knapp 27V bei 5A an.

mikesupi_P1160068.jpg


mikesupi_P1160067.jpg



Das Keyboard Interface zum DSP

mikesupi_P1160071.jpg


mikesupi_P1160075.jpg



Die reparierte Hauptplatine ist wieder eingebaut, an der Rückwand sieht man den Open Collector Treiber für die Bank.

mikesupi_P1160082.jpg


Das ist das Interface für die Klaviatur

mikesupi_P1160028.jpg



Nächster Fehler: Auf dem Motorkontrollboard ist ein Elko defekt. Auf dem Board befindet sich die Geschwindigkeitsregelung der beiden Motorkanäle sowie die Aktivierung und Richtungsumschaltung per Relais.

mikesupi_P1160049.jpg


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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon fesix » Mo 15 Mai, 2017 5:15 pm

Einfach nur Wahnsinn diese alte Technik, Leiterplatten ohne Ende über andere Leiterplatten und Kabel zu noch mehr Leiterplatten :lol:
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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon vakuum » Mo 15 Mai, 2017 5:34 pm

sehr sehr sehr sehr sehr geil!!!
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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon tracky » Mo 15 Mai, 2017 6:44 pm

wurden die Shows damals über Floppy Disk eingelesen?
Gruß Sven

Laser? Was ist das? Licht aus super erschwinglichen Restbeständen
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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon mikesupi » Di 16 Mai, 2017 11:46 am

@Beat: Und weil es so geil ist, macht es auch jede Menge Spaß, auch wenn es eigentlich keinen Sinn macht :mrgreen:

@tracky: Ich weiß (noch) nicht mal, ob es überhaupt Shows gab, so wie wir sie heute kennen. Das Pult war wohl eher für Live Betrieb gedacht. Es gibt einen Speichermechanismus mit 8 Speicherbänken, wo man beliebige Effektgruppen auf eine der Klaviaturtasten legen kann. Es gibt wohl auch einen Programmmodus, wo man per Musiktakt einzelne Schritte abrufen kann.

Auf der Diskette sind Trickfilme, das sind die normalen Cues, wie man sie heute kennt, und soetwas wie eine Show. Damals hat man mit Studiotonbandmaschinen, 4-Spur Taperecorden oder HiFi-Videorecordern mit SMPTE Timecode gearbeitet, es gab also immer 2 Medien, nämlich die Diskette und das Band mit der Musik und dem Timecode, das letztendlich die Show gesteuert (abgerufen) hat. Ich muss noch einen defekten Z80 PIO Baustein austauschen, um die Programmierung testen zu können. Die SMPTE Anschlüsse sind auch nicht dokumentiert, sieht aber nach Viedeosignalen aus, könnten aber auch NF Ein- und Ausgänge sein.



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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon Skylight » Di 16 Mai, 2017 2:34 pm

:D :D MIKE SUUUUUPPPPPIIIII :D :D

Wie immer ein sehr geiles "Projekt der alten Schule" :D
Durchgeführt von dem Meister persönlich in Germany was Restaurationen anbelangt.

Wir huldigen somit gerne dem "Meister" :idea: :!: 8)

Zum Thema Shows:

Es gabe von ACR Swiss ein digitales Abspielgerät, kurz "DAG" Gerät genannt als Ergänzung.
Dazu ein Sony S-VHS Video Recorder mit Time Code und dann ACR Swiss Show Bänder mit Time Code auf S-VHS mit dazu 3,5 Zoll Disketten mit den Show Bank Befehlen zur Umsetzung.
ACR Swiss "DAG" Gerät damals mit 6 HE und Scanner und Bank Ausgängen.

Zum Thema ACR Swiss Lasertechnik und Old School, verweise ich auch gerne nochmals auf meinen Lasertechnik Museums Chat hier im LF-Forum:

viewtopic.php?f=1&t=56174

Mike, weiter so, Du bist der Beste.

Lg Steve :freak:
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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon mikesupi » Di 16 Mai, 2017 11:19 pm

Hier mal wieder ein paar Scanner und Bankimpressionen.

Auf dem ersten Bild erkennt man deutlich das fehlende Blanking.

mikesupi_P1160158.jpg


mikesupi_P1160162.jpg


mikesupi_P1160165.jpg



Hier ist gut das Prinzip der "Farbmodulation" zu erkennen.

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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon mikesupi » Mi 17 Mai, 2017 7:30 pm

Leider haben einige der Taster nicht mehr funktioniert. Die Bank benötigt nur 24 Kanäle, es stehen also 8 Taster zum Austausch zur Verfügung. Letztendlich mussten 6 Taster und 6 Birnchen getauscht werden. Jetzt funktionieren wieder alle belegten Taster.

mikesupi_P1160147.jpg


mikesupi_P1160156.jpg



Den defekten Z80 PIO Baustein gab es in der Bucht als Vintage-Ware für ein paar Euro als Ersatz.

mikesupi_P1160180.jpg



Die Klaviatur Taste Nummer 27 hat bestimmt schon lange nicht mehr funktioniert, da die Schraube in der Bohrung die Leiterbahn beschädigt hat. Der gelbe Draht fixt jetzt das Problem.

mikesupi_P1160285.jpg



Jetzt gehts an den Ersatz der 2 abgebrochenen Tasten.

mikesupi_P1160238.jpg


mikesupi_P1160239.jpg



Die Tastatur wurde von ACR speziell für den Controller in Handarbeit gefertigt. Unter jeder Taste sitzt ein Druckschalter.

mikesupi_P1160243.jpg



Erst mal die Stahlführung der Tastatur herausklopfen und drücken, dann lassen sich die Tasten entfernen.

mikesupi_P1160253.jpg



Dann mit dem Heißluftfön die alte defekte Tasten vom Alu Träger lösen.

mikesupi_P1160259.jpg



Zum Glück gibt es mechanisch fast gleichwertige Tasten als Ersatzteil für Wersi Heimorgeln zu kaufen.
Die Tasten müssen nur noch etwas zurechtgesägt und gefeilt werden.

mikesupi_P1160263.jpg



So passen sie auf den ACR Aluträger.

mikesupi_P1160268.jpg



Und werden mit 2 Komponenten Epoxydkleber verklebt.

mikesupi_P1160271.jpg



Und so sieht die reparierte Tastatur aus.

mikesupi_P1160275.jpg


mikesupi_P1160281.jpg




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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon schobi » Mi 17 Mai, 2017 7:42 pm

Echt jetzt, Glühbirnen statt LEDs? Krass.
Und echte Mikroschalter und jeder Taste. Beim Gesamtpreis wohl unerheblich.
Hat das der Herr Dipl. Phys. Sollinger als One-Man-Show entwickelt, oder ne große Firma im Hintergrund?
Ich danke allen, die zur Sache nichts zu sagen hatten und trotzdem geschwiegen haben.
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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon mikesupi » Mi 17 Mai, 2017 7:46 pm

Ja, alles Glühbirnen :-)

Sollinger aus Berlin hat nur den DSP als OEM geliefert, den Rest haben die Jungs von ACR in der Schweiz zusammengetütelt.

Der Neupreis für so eine Anlage inkl. Weißlichtlaser lag so zwischen 100.000 und 200.000 DM.


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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon vakuum » Mi 17 Mai, 2017 9:09 pm

mikesupi hat geschrieben:die Jungs von ACR in der Schweiz


Weisst Du mehr über die Firma eigentlich? ACR gibt es immernoch, die sind relativ bekannt hier und seit vielen Jahren im Audio-Bereich tätig.. immernoch an der gleichen Adresse wie Anno Dazumal ein paar km von hier, müsste mal vorbei schauen.... ;)
Denke aber dass die Firma Ende 80er oder Anfang 90er Konkurs ging?? oder wie war das wohl?
Was heisst ACR? Heute ist vermutlich keiner mehr dort von früher....
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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon mikesupi » Do 18 Mai, 2017 5:36 pm

Leider kennen ich nur einen der ehemaligen Mitarbeiter, der sitzt aber in D.
Ansonsten erfährt man recht wenig von ACR. Es gibt kaum Dokumente der ehemaligen Laserschmiede.
Früher war es nur die "ACR AG", heute nennt sich die Firma "ACR Brändli und Vögeli AG", ist aber seit 1975 im gleichen Besitz.
Vermutlich wurde nur die Licht- und Lasersparte eingestellt, wie auch die Heimanlagensparte im HiFi Bereich.
Kerngeschäft waren schon immer Autolautsprechersysteme, deswegen ist zu vermuten, dass der Name ACR von "Audio" und "Car" kommt.



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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon mikesupi » Sa 20 Mai, 2017 2:35 pm

So sehen die ACR Raumgratings aus. Die Gratings sind tatsächlich noch echte Glashologramme im Gegensatz zu den heute üblichen Gratings aus Kunststoff.
Als Motoren hat ACR einfach langsamdrehende Spiegelkugelmotoren mit 3 U/Min. verwendet, darauf wurde ein Holzklotz mit Loch für die Achse geklebt, und darauf dann das Glasgrating.


mikesupi_P1160330.jpg



Das grüne Gehäuse beherbergt einen schnelldrehenden Tunnelmotor, auf der Achse befindet sich ein normaler Oberflächenspiegel, so konnt man auch Tunnel an beliebigen Stellen im Club erzeugen.


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Die Originalbestückung der Bank ist fast wieder komplett, jetzt werden nochmal die 3 Strahlschalterbänke ausgebaut um die Grundplatte reinigen zu können.


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Endlich ist alles vom Staub der 3 Jahrzehnte befreit.


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mikesupi_P1160379.jpg



Die Anschlußplatine der Laserbank, hier sitzt auch das Relais, welches die Schweizer Steckdose aktiviert, hier sind die Lampen und der Scannertreiber angeschlossen. Die 4 kleinen Pfostenfeldleisten versorgen maximal 4 Strahlschalterbänke mit der 27V Spannung und den Einschaltsignalen für die Magneten (TTL: Akt=Low), es werden aber in der Regel nur 24 der 32 möglichen Kanäle genutzt. An den Schraubanschlüssen werden die Motoren angeschlossen, ein 5V Spannungsregler mit Leistungsvorwiderstand versorgt die Tunnelmotoren, die mit fester Drehzahl im Dauerbetrieb arbeiten. Durch einen Dimensionierungsfehler sinkt allerdings die Spannung bis auf 3V ab.


mikesupi_P1160183.jpg


mikesupi_P1160188.jpg



Eine der 3 Strahlschalterbänke, hier ist ein Kanal defekt, also ist wieder mal Fehlersuche angesagt. Komisch dass niemand so etwas im Betrieb im Club bemerkt.


mikesupi_P1160389.jpg


mikesupi_P1160397.jpg


Eine Zehnerdiode und eine Klemmdiode hatten keinen Durchgang mehr, nachdem ich beides ausgetauscht habe, laufen wieder alle 8 Treiber auf der Strahlschalterbank. Die Hubmagneten arbeiten mit ca. 3,3 Volt und werden stromgeregelt.


mikesupi_P1160398.jpg




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Re: ACR Swiss Laserbank von 1987 - Restaurierung

Beitragvon mikesupi » Mi 24 Mai, 2017 1:04 am

Hier sieht man sehr gut, wie die "Schwarz/Weiß" Grafik vom DSP durch die "Colorbox" mit leichtem X/Y-Versatz rückwärtig über Spiegel auf die Scanner geleitet wird. Daraus entsteht dann eine 3 farbige RGB Beamshow.

mikesupi_P1160415.jpg



Die dazugehörige monochrome Grafik vom Sollinger DSP auf dem eingebauten Vorschau-Oszilloskop.

mikesupi_P1160417.jpg



Hier ist die Strahlfalle, die erst ausgelöst werden muß, damit die rückwärtigen Abfallstrahlen der "Colorbox" auf die Scanner gelangen können. Ansonsten gibt es noch eine Möglichkeit die Scanner vom Mutterstrahl zu speisen, was meistens für Textausgabe genutzt wurde.

mikesupi_P1160408.jpg




Hier ist der mechanische Lissajous Generator, nicht zu verwechseln mit den 2 analogen Lissajous Generatoren, die über die G120 Scanner ausgegeben werden können.
Der Weißlicht Laserstrahl wird zuerst über ein Prisma (vorne links im Bild) in die einzelnen Wellenlängen der Farblinien zerlegt, in diesem Fall in R 637nm, G 520nm und B 445nm. Danach wird der erste Motor mit den 3 Einzeltrahlen angestrahlt, dieser erzeugt dann 3 farbige Tunnel die wiederum vom zweiten Motor zu klassischen Lissajous Figuren geformt werden. Die Drehzahl der Motoren lässt sich zwar regeln, das Verhältnis der beiden Drehzahlen ist allerdings fest, was nur begrenzte Effekte zulässt.
Der zweite Motor dient auch als Tunnelmotor, er wird dann über einen weiteren Strahlschalter vom Mutterstrahl angestrahlt.

mikesupi_P1160421.jpg


mikesupi_P1160420.jpg


mikesupi_P1160423.jpg




Die fast fertige Bank im Betrieb. Es können maximal 3 farbige Effekte gleichzeitig ausgegeben werden, in diesem Fall wird noch ein rückwärtiger Farbtunnel mit ausgegeben. Die Bilder zeigen die dazugehörigen Controllerkanäle, Oszi Vorschau und DSP Auswahl.

mikesupi_P1160429.jpg


mikesupi_P1160430.jpg


mikesupi_P1160431.jpg


mikesupi_P1160432.jpg




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